Pressemitteilungen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen des LFR seit dem Jahr 2012.

Landesfrauenrat fasst Beschlüsse zur Frauengesundheit

Landesfrauenrat Baden-Württemberg fasst Beschlüsse zur Frauengesundheit
Netzwerk LSBTTIQ als 52. Mitgliedsverband aufgenommen

Der Landesfrauenrat (LFR), das landesweit größte Netzwerk frauenpolitisch engagierter Organisationen, wächst. Bei der Delegiertenversammlung am vergangenen Freitag wurde das Netzwerk LSBTTIQ in den LFR aufgenommen.

Unter den über 70 Organisationen, Einrichtungen und Selbsthilfegruppen des Netzwerks sind zahlreiche Frauengruppen und -initiativen, darunter die LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg, die LuK (Lesben und Kirche), der Lesbenring, die Wirtschaftsweiber, der Gesundheitsladen Stuttgart, das Archiv und Bildungszentrum zur Frauengeschichte in Baden-Württemberg u.a.m. Sie alle setzen sich in dem 2012 gegründeten Netzwerk LSBTTIQ für die Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung ein und stehen für eine lange Tradition im Kampf um die Gleichberechtigung von Frauen.
„Wir freuen uns, dass die Frauen des Netzwerks nun auch das frauenpolitische Netzwerk Landesfrauenrat stärker machen, indem sie noch mehr Buntheit und Vielfalt von Frauenleben in Baden-Württemberg sichtbar machen“, begrüßte die LFR-Vorsitzende Manuela Rukavina den Beschluss zur Aufnahme in den LFR.
Die Aufnahmeentscheidung ist zudem eine folgerichtige Umsetzung des LFR-Beschlusses vom Mai 2014, mit dem sich der LFR für eine aktive Politik für die Akzeptanz geschlechtlicher Identität und sexueller Vielfalt ausspricht und der grün-roten Landesregierung beipflichtet in ihrem Bestreben, die Themenfelder biologisches Geschlecht, historisch/gesellschaftlich definierte Geschlechterrollen und auch die Strategie des Gender Mainstreaming in Lehrplänen zu verankern.

Frauengesundheit zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung
Das Themenfeld Frauengesundheit zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung stand im Mittelpunkt des LFR-Delegiertentages. Bei der öffentlichen Fachveranstaltung der LFR unter der Überschrift „Herausforderung Schwangerschaft und Geburt“ ging es um die Frage: Wo ist noch Selbstbestimmung – wo schon Fremdbestimmung der Frau im Kontext einer wachsenden Reproduktionsmedizin-Wirtschaft und zahlreichen technischen Optimierungsangeboten für Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt. Denn technisch Machbares, wie das Einfrieren von Eizellen für spätere Verwendung oder die umfänglichen diagnostischen Methoden vor und während einer Schwangerschaft, kann unversehens zur neuen Notwendigkeit werden. [... weiter]

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Landtagswahl 2016 – Nominierungsbeobachtung: Solidarität mit Charlotte Schneidewind-Hartnagel MdL

Der Landesfrauenrat ist bestürzt darüber, dass Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, in ihrem Wahlkreis nicht mehr nominiert und durch einen männlichen Kandidaten ersetzt wurde. Charlotte Schneidewind-Hartnagel ist eine zuverlässige Partnerin des Landesfrauenrats und leidenschaftliche Kämpferin für gleichstellungspolitische Themen. Wie kaum eine andere hat sie sich z.B. für die Novellierung des Gleichstellungsgesetzes eingesetzt. Die Äußerung ihres Kreisvorsitzenden, dass sie keine Qualifikationen aufweise – außer, dass sie eine Frau sei – empfindet der Landesfrauenrat als Ohrfeige für alle frauenpolitisch engagierten Frauen. „Charlotte Schneidewind-Hartnagel kann sich unserer Solidarität sicher sein“, erklärt die 1. Vorsitzende des Landesfrauenrats Manuela Rukavina. „Wir alle sind entsetzt über diesen Vorgang. Besonders von den Grünen, mit ihrem parteiinternen Frauenstatut, haben wir dies nicht erwartet.“

Charlotte Schneidewind-Hartnagel hat zu den Vorgaängen eine Erklärung auf ihrer Homepage veröffentlicht, diese finden Sie hier.

 

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Landesfrauenrat Baden-Württemberg zum Equal Pay Day 2015: Die Entgeltgleichheit liegt immer noch in weiter Ferne!

Frauen erhielten für ihre Arbeit auch im Jahr 2014 durchschnittlich rund 22 Prozent weniger Lohn als Männer. Auf diese Ungerechtigkeit soll der achte Equal Pay Day aufmerksam machen. Er fällt in diesem Jahr auf den 20. März. Der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied fällt in Baden-Württemberg sogar noch größer aus. Das Statistische Landesamt ermittelte für Baden-Württemberg einen durchschnittlichen Unterschied zwischen den Bruttostundengehältern der Teilzeit- und Vollzeiterwerbstätigen Frauen und Männer von rund 27 % (2012), zu Ungunsten der Frauen. Der Equal Pay Day würde in Baden-Württemberg demnach ungefähr auf den 8. April fallen, da sich die Zahlen für 2014 nicht wesentlich geändert haben. „Es ist unredlich, diese Realität kleinrechnen zu wollen.“, erklärt Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrats. „Ein Entgeltgleichheitsgesetz, wie von Ministerin Schwesig geplant, ist ein wichtiger Schritt diese Ungerechtigkeit zu beseitigen“, erklärt Manuela Rukavina, Vorsitzende des Landesfrauenrats. [... weiter]

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INTERNATIONALER FRAUENTAG 2015: „Stell’ dir vor, die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auf der ganzen Welt Wirklichkeit”

Stell’ dir vor, die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auf der ganzen Welt Wirklichkeit”.
Zur Landtagswahl 2016 – Landesfrauenrat nimmt Parteien unter Beobachtung.

Am Internationalen Frauentag erinnert der Landesfrauenrat an die Millionen von Frauen und Mädchen weltweit, die struktureller und unmittelbarer Männergewalt ausgesetzt werden, deren Lebensumstände lebensbedrohlich sind, die verschleppt, vergewaltigt und ermordet werden.
Die Erste Vorsitzende Manuela Rukavina: „Uns erschrecken und erschüttern zutiefst die Meldungen aus den Kriegs- und Krisengebieten, in denen fanatisierte Männer – auch aus europäischen Gesellschaften – einen Vernichtungswillen gegen Frauen ausleben.
Es ist ein Gebot der Humanität, dass eine sich dem höchsten Gut – den Menschenrechten – verpflichtete Gesellschaft den Opfern der Gewalt Zuflucht und Hilfe bietet, wenn sie in ihren Herkunftsländern keinen Schutz finden. Deshalb begrüßen wir alle Schritte der Landesregierung, in Baden-Württemberg eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu entwickeln. Insbesondere weiblichen Flüchtlingen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, müssen wir die dringend benötigte Hilfe zukommen lassen.“ [... weiter]

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Landesfrauenrat zur Wahl der Landtagspräsidentschaft: Weichenstellung für die Zukunft – Frauen am Rande statt im Fokus in der CDU-Fraktion

„Eines wissen wir nach der Entscheidung der CDU-Landtagsfraktion, mit Wilfried Klenk erneut einen Mann für die Landtagspräsidentschaft zu nominieren genau: es bleibt beim Alten – und Frauen am Rande statt im Fokus“, kommentiert Manuela Rukavina, Erste Vorsitzende des Landesfrauenrats Baden-Württemberg (LFR) das am Mittwoch zu erwartende Ergebnis der Wahl des Landtagspräsidenten. Abermals bestätige sich mit dieser Entscheidung, dass der mangelnde Wille zur aktiven Frauenförderung im Landtag zur Zementierung des gleichstellungspolitischen Rückstands im Lande führt, so Rukavina weiter. An einer Kandidatin mangelte es nicht; mit Friedlinde Gurr-Hirsch stand eine kompetente Nachfolgerin zur Wahl.
Die 35-jährige Soziologin Manuela Rukavina, seit 1. Januar im Amt der Ersten Vorsitzenden des Dachverbandes von 51 Frauenverbänden; prognostiziert: „Wenn die Parteien, hier die CDU, glauben, die Frauen im Land an der Nase herum führen zu können, irren sie gewaltig. Die Frauen nehmen sehr wohl zur Kenntnis, dass „Frau im Fokus“ augenscheinlich ein Lippen-bekenntnis bleibt. Frauen werden solche Bekenntnisse bei der Landtagswahl 2016 entsprechend quittieren“.
Der LFR appelliert vor allem an die männlichen Abgeordneten aller Fraktionen, denen es mit dem Gleichstellungsauftrag aus Art 3 Abs. 2 GG und ihren eigenen Absichtserklärungen ernst ist, mit ihrem Abstimmungsverhalten am Mittwoch ein Zeichen zu setzen.
Nachdem die Mehrheit des Landtags in dieser Legislaturperiode bereits die große Chance zu einer echten Reform des Landtagswahlrechts zurückgewiesen hat, könnten sie noch ein Signal guten Willens für den Rest der Legislaturperiode geben.
Um die Wahl nicht ohne Zeichen passieren zu lassen, haben die Frauen eine Mahnwache vor Beginn der Plenarsitzung am Mittwoch zwischen 9 und 10 Uhr organisiert.

LFR-Pressemitteilung vom 2.2.2015

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Die Mischung macht’s! Zum Jubiläum: 20 Jahre Ergänzung Grundgesetz Art. 3 Abs. 2

Pressemitteilung der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Baden- Württemberg vom 11.12.2014:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, so lautet der schlichte, aber weitreichende Satz, der nach langem, insbesondere von der Familienrichterin und SPD-Abgeordneten Elisabeth Selbert im parlamentarischen Rat geführten Kampf 1949 als Artikel 3 Absatz 2 in das künftige Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde.

45 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde Artikel 3, Absatz 2 um die Bestimmung ergänzt: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Das ist ein aktiver Handlungsauftrag an alle staatlichen Ebenen und eine der wenigen Staatszielbestimmungen im Grundgesetz. [... weiter]

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Bildungszeitgesetz in Baden-Württemberg notwendig

Aktuelle Pressemitteilung des Landesfrauenrats (19.08.2014): Bildungszeitgesetz ist notwendig!

Zur Stärkung der gesellschaftlichen und demokratischen Teilhabe im Land sowie für das ehrenamtliche Engagement müssen bezahlte Freistellungsmöglichkeiten geschaffen und ausgebaut werden. [... weiter]

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Zwischenbilanz zur Frauenpolitik in Baden-Württemberg

Bei einer Landespressekonferenz am 21.7.2014 stellte der Vorstand des LFR seine Sicht auf die Frauenpolitik des Landes vor.

Unter dem Titel “Zwischenbilanz Frauenpolitik in Baden-Württemberg: Wo besteht weiter Handlungsbedarf? Wo erfolgten erste Schritte?” nahmen Vertreterinnen des Landesfrauenrats Stellung zu:  Politische Partizipation von Frauen: weit entfernt von Parität! Gender Mainstreaming: eine notwendige Leitlinie in Baden-Württemberg. Menschenrechte: für eine Gesellschaft ohne Prostitution. Das Presseecho war groß, siehe zum Beipiel die Stuttgarter  Zeitung vom 22.7.2014 oder den SWR.

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Landesfrauenrat für die Akzeptanz geschlechtlicher Identität, sexueller Vielfalt und für gleiche Rechte

17. Mai 2014 – Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie:
Landesfrauenrat für die Akzeptanz geschlechtlicher Identität, sexueller Vielfalt und für gleiche Rechte
Gender Mainstreaming als notwendiges Instrument für die Entwicklung demokratischer Geschlechterverhältnisse

Zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai weist der Landesfrauenrat Baden-Württemberg auf “besorgniserregende Anzeichen” für eine tiefe Abneigung gegen Vielfalt hin. Schwulen- und lesbenfeindliche Tendenzen in vielen Bereichen der Gesellschaft müsse auch durch eine Politik für die Akzeptanz geschlechtlicher Identität, sexueller Vielfalt und für gleiche Rechte begegnet werden, so die Vorsitzende Angelika Klingel.

Der Dachverband von 51 Frauenverbänden im Land spricht sich in seiner am heutigen Freitag beschlossenen Resolution ausdrücklich dafür aus, dass Staat und staatliche Bildungspolitik die gesellschaftliche Akzeptanz sexueller Vielfalt befördern. Aber auch große freie Bildungsträger seien dazu aufgefordert.

„Kinder und Jugendliche haben bei der Entwicklung ihrer eigenen Identität und ihren Vorstellungen von Familien ein Recht auf vorurteilsfreie Information und auf ein pädagogisches Umfeld in der Schule, das ihre emotionale Sicherheit stärkt“, heißt es im Beschluss der Frauenverbände. Ausdrücklich bestärkt der Landesfrauenrat die Landesregierung in ihrem Bestreben, die Themenfelder biologisches Geschlecht, historisch/gesellschaftlich definierte Geschlechterrollen und auch die Strategie des Gender Mainstreaming in den Lehrplänen zu verankern.

Mit großer Sorge stellt der Dachverband der Frauenverbände des Landes fest, dass die Veranstalter der Protestaktionen gegen die Bildungspläne Baden-Württemberg mit ihrem Angriff zugleich auf Errungenschaften der Frauen- und Emanzipationsbewegung zielen und auf einen Kern europäischer Gleichstellungspolitik. Diese Gruppierungen verknüpften antifeministische Ressentiments, antieuropäische Strömungen mit diffusen Ängsten vor früher kindlicher Sexualität.

Nachdrücklich weist der Dachverband der Frauenverbände darauf hin: „Die europäische Strategie des Gender Mainstreaming ist notwendiges Instrument für die Entwicklung demokratischer Geschlechterverhältnisse. Europa ist für Deutschland ein Motor der Gleichstellungspolitik. Im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament muss dies deutlich und laut gesagt werden“.

Pressemitteilung vom 16.05.2014

Zur Resolution

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INTERNATIONALER FRAUENTAG 2014: Gewitterwolken am Gleichstellungshimmel in Baden-Württemberg. Landesfrauenrat fordert Ende der gleichstellungspolitischen Stagnation.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März stellt der Landesfrauenrat Baden-Württemberg fest:

Die Bilanz für Baden-Württemberg ist düster. Der Auftrag des § 3 des Grundgesetzes, wonach

der Staat die Umsetzung der Gleichstellung fördern und Benachteiligungen aktiv beseitigen soll,

gilt offensichtlich für Baden-Württemberg nicht.

„Die Partizipation von Frauen an der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen ist bei

unseren Landespolitikern kein Zukunftsthema“, ärgert sich die Vorsitzende Angelika Klingel.

„Aus allen unseren Mitgliedsverbänden hören wir Ärger und Unverständnis über diese Art der

Nichtachtung. Um gesellschaftliche Defizite im Rahmen des Ehrenamtes auszugleichen, sind

Frauen gut genug – aber Macht abzugeben, um die Hälfte der Bevölkerung auch angemessen

an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, das geht den Funktionären dann doch zu weit.“

Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Es wird berichtet von beschlossenen Listen, von

Schwierigkeiten Kandidierende zu finden – aber zur Freude des LFR auch von Fraueninitiativen,

die sich neu gründen, von Netzwerken und Mentorinnen. Deutlich sichtbar sind die Schritte

vorwärts der Frauen in den Kommunen und die Schritte rückwärts der Landesregierung.

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg ruft deshalb auf, sich gerade am Internationalen

Frauentag bewusst zu machen, dass Frauen ein Recht auf die Umsetzung von Gleichstellung

haben. [... weiter]

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