FRAUENGESUNDHEIT

Die kostenintensivste Ursache für die höheren Gesundheitskosten-pro-Kopf bei Frauen ist die fehlende Diagnose. Dies ist eine logische Schlussfolgerung ohne Gender Bias (geschlechtsspezifische Verzerrung). Es muss sich etwas in den Köpfen ändern. Aus Fakten werden (auch unbewusst) häufig falsche Schlussfolgerungen gezogen. Ein Beispiel: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen ist rund 5 Jahre länger als bei Männern. Kommen Ihnen dabei Gedanken in den Sinn wie: „Frauen leben länger aufgrund ihrer Biologie?“ oder „Prävention bei Frauen ist deshalb weniger notwendig?“ Nein. Das sind falsche Schlussfolgerungen, aber oft der erste Impuls.

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg ist Mitglied im Landesausschuss für Gesundheitsförderung und Prävention BW, der heute getagt hat. Dort haben wir heute darüber aufgeklärt und uns für unsere Forderungen stark gemacht:
– Es gibt geschlechtsspezifische Gesundheitsunterschiede, die allein durch die Differenzierung nach Geschlecht aufzudecken sind.
– Die Kosten in der Frauengesundheit könnten entscheidend gesenkt werden, wenn mehr Diagnosen und weniger falsche Diagnosen bei Frauen gestellt würden.
– Wir brauchen eigenständige Leitlinien für Frauen, schon allein wegen frauenspezifischer Erkrankungen und Erkrankungen, die Frauen häufiger oder anders als Männer betreffen.
– Verbesserte Diagnose und Prävention bei Frauen würden enorme Kosten sparen, aber auch das Bruttoinlandsprodukt steigern.

Von all dem profitierten nicht nur die Frauen, sondern wir alle.