PRESSEMITTEILUNG

 Zum Antikriegstag am 1. September 2025

Krieg ist keine Lösung- Die Anerkennung der komplexen Folgen von Krieg muss sich durchsetzen

In Deutschland wird am 1. September alljährlich der Antikriegstag begangen. Das Datum markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen im Jahr 1939. An diesem Gedenktag wird auch an die verheerenden Kriegsfolgen und an die unzähligen Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert.

„Wir vom Landesfrauenrat Baden-Württemberg fordern die Lösung von Konflikten mit nichtmilitärischen Mitteln“, betont Verena Hahn, Zweite Vorsitzende des Landesfrauenrats Baden-Württemberg (LFR BW). „Krieg löst keine Konflikte, sondern vergrößert sie.“ Das Töten, die Gewalt gegen Gefangene, Frauen und Kinder, Vertreibung und massive Zerstörungen: Das sind die Folgen von Kriegen. Und genau diese Folgen werden wiederum zur Ursache für künftige Konflikte.

In der Gesellschaft ist zunehmend eine Sensibilisierung für Kriegsfolgen, für die Erfahrungen der Opfer und deren Traumata zu beobachten. Der Soziologe Andreas Reckwitz beschreibt diese Entwicklung eindrücklich in seinem Buch „Verlust. Ein Grundproblem der Moderne“. Vor diesem Hintergrund stellt Hahn fest: „Wir nehmen wahr, dass die öffentliche Bewertung kriegerischer Konflikte durch diese zunehmende Sensibilisierung endlich vielschichtiger geworden ist. Täter und Opfer werden in unsere Bewertung einbezogen, dadurch wird sie schwieriger und komplexer. Wer ist Täter, wer Opfer, wer beides?“ Dies führe jedoch noch nicht und keinesfalls automatisch zu einer konsequenteren Forderung nach Frieden und einem friedlicheren Miteinander. Ohne strategischen Einsatz in diese Richtung wäre eine Transformation aber nicht möglich.

Ebenso unterstreicht Ute Mackenstedt, Erste Vorsitzende des LFR BW, die Bedeutung dieses Perspektivwechsels: „Frieden entsteht nicht durch Wegschauen, sondern durch genaues Hinsehen – auf das Leid, die Zerstörung und auf die komplexen Zusammenhänge von Kriegen. Nur so kann eine Neuausrichtung hin zu friedlichen Konfliktlösungen gelingen.“