Landtagswahl 2026

Baden-Württemberg hat gewählt. Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg gratuliert allen neu gewählten Parlamentarier:innen – und blickt mit einem klar feministischen Blick auf die Zusammensetzung des neuen Landtags.

Im neuen Landtag von Baden-Württemberg sind 53 Frauen vertreten. Damit liegt der Frauenanteil bei 33,8 % und wieder nur ganz knapp über dem vorherigen Schnitt (32,5 % durch Nachrückerinnen, Stand 1.3.2026). Leider ist damit kein Durchbruch gelungen – aber in Zeiten, in denen Gleichstellungsthemen wieder massiv unter Druck geraten, wurde ein möglicher Rückschritt verhindert. Weiterhin liegt es an den Parteien und ihrer Aufstellungspolitik, ihre Listen und Wahlkreise – wie Grüne und SPD – weiblicher zu besetzen, das Zwei-Stimmen-Wahlrecht bietet diese Chancen.

Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Fraktionen: Grüne und SPD erreichen mit jeweils 50 % den höchsten Frauenanteil. Beide Parteien besetzen ihre Listen konsequent paritätisch. In der CDU-Fraktion liegt der Frauenanteil bei 28,6 Prozent, u.a. bedingt durch ihre nur 16 Direktkandidatinnen gegenüber 40 Männern. In der AfD-Fraktion werden nur 11,4 % der Abgeordneten weiblich sein. Damit verfehlt der Landtag das Ziel einer hälftigen Repräsentanz von Frauen deutlich.

Sehr kritisch bewerten wir, dass die Landtagswahl ausgerechnet am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2026, stattgefunden hat. Ein Tag, der der Sichtbarkeit von Frauenrechten und feministischen Kämpfen gewidmet ist, wird damit durch den Wahltermin überlagert – ein sensibleres Signal wäre aus unserer Sicht dringend notwendig gewesen.

Im Vorfeld haben wir mit unserer Kampagne „Frauen wählen. Frauen stärken. Land gestalten.“ viele Menschen erreicht: Gemeinsam mit unseren Partnerinnen wurden 9.000 Postkarten landesweit verteilt, die auf große Nachfrage gestoßen sind. Unser Kampagnenvideo lief in drei Kinos in Reutlingen und Stuttgart und machte sichtbar, warum Frauenstimmen für die Demokratie unverzichtbar sind.

Wir bleiben dran: Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg wird die neue Landesregierung und den Landtag konstruktiv-kritisch begleiten – für mehr Frauen in den Parlamenten, für wirksame Gleichstellungspolitik und für ein Baden-Württemberg, das von Frauen und Männern gemeinsam gestaltet wird.