
KATHARINA ANTONY
LEBENSDATEN
07.08.1879 in Alsheim – 26.09.1951 in Sinsheim
Politikerin, Wohltäterin, Anpackerin
ERINNERUNGSORT
Frauenbaum, Kraichgau-Realschule, Stiftstraße 20, 74889 Sinsheim
Katharina, liebevoll Kätchen genannt, war 40 Jahre lang Vorsitzende des Katholischen Frauenbunds Sinsheim und des Müttervereins.
Katharina Antony war die erste Sinsheimerin, die in die Politik ging. 1919 wurde sie zur ersten Frau im Kreistag Heidelberg. Auch wenn sie sehr zurückhalten agierte, nutzte sie die Zeit im Kreistag, um zu lernen, zuzuschauen, sich ein Bild zu machen und zum Netzwerken. Für ihr Engagement erhielt sie die kleine und große Verdienstmedaille von Baden.
Sie engagierte sich für Bedürftige und war sich nicht zu schade, während des Ersten Weltkrieges zusammen mit Tina Sidler in die Suppenküche zu stehen, die Ärmel hoch- und die Schürze umzubinden und mitanzupacken. Es gab Kessel-Eintopf.
Eine bessere Bildung für Mädchen und Frauen war ihr Hauptanliegen. Eugenie von Soden beteiligte sich an der Gründung des „Vereins für weibliche Angestellte in Handel und Gewerbe”, wo sie die Kommission für Unterricht, Belehrung und Unterhaltung leitete. Sie hatte bereits 1896 eine Frauenlesegruppe gegründet, in der die Frauen durch Vorträge und Diskussionen zum Lesen animiert werden sollten.
Die Arbeiten des Frauenbundes waren sehr vielseitig. Arme und Kranke wurden betreut, besonders an Weihnachten, wenn nötig auch mit Brennmaterial versehen. An Weihnachten wurde auch die Kinderschule beschenkt. Das Konfekt backte Katharina mit Helferinnen in ihrer Küche – Jahr um Jahr. Wöchnerinnen wurden mit Mittagessen versehen.
Aber Katharina Antony sorgte auch für Abwechslung, organisierte Nachmittage mit Kaffee und Kuchen, kleinen Theateraufführungen und Ausflüge.
„Im Dienste der Caritas griff Frau Antony überall dort helfend ein, wo es galt, die Not zu lindern.“
Katharina Antony hatte in großes Herz, Mut, sich Herausforderungen zu stellen und einen wunderbaren, ungeahnten Humor.
Quellen: Stadtarchiv Sinsheim, Akten SNH, Nachlass Wilhelm Bauer, Landbote und Rhein-Neckar-Zeitung
Erarbeitet von Verena Dörrich, Stadtarchiv Sinsheim
