Juliana Hoffmann

JULIANA HOFFMANN

LEBENSDATEN
22.05.1873 in Waldangelloch – 02.04.1966 in Sinsheim

Tatendrang, Energie, Arbeitseifer, dabei immer den Humor behalten, „Kersche Jule“

ERINNERUNGSORT
Frauenbaum, Kraichgau-Realschule, Stiftstraße 20, 74889 Sinsheim

Die Jule war eine unglaublich fleißige Frau, eine tüchtige Frau. Sie trug ihre Waren, hauptsächlich Obst, Gemüse und Eier. Die Eier, immerhin um die fünfzehn Pfund, trug sie in einem Korb auf dem Kopf, die anderen Waren trug sie in Körben und sie hatte wohl einen Handwagen.

So vollgepackt ging’s dann nach Mannheim zum Markt. Familienmitglieder berichten, dass die Jule meistens nicht bis Mannheim kam und bereits in Sandhausen alle ihre Waren verkauft hatte und wieder umkehren konnte.

Wenn sie ihre Waren in Sinsheim feilbot, rief sie am Ende des Tages wie ein Marktschreier die Angebote heraus, so dass wirklich alles verkauft wurde. Meistens saß sie dabei auf der Steinbank vor dem Alten, damals dem aktuellen, Rathaus.

Es gab Anfang der 2000er Jahre eine Initiative, die ihr zum Gedenken eine Statue auf diese Bank setzen wollte. Allerdings wurde es nie umgesetzt und so blieb die Bank leer.

Jule fing zu Fuß an, später kaufte sie mit ihrem Mann den ersten Bus für Tagesausflügler. Heute ist das Unternehmen „Hoffmann-Reisen“ ein bekannter Name in der Region und darüber hinaus.

„Die Jule, wie sie im Dorf genannt wird, führte den Handel ihrer Mutter mit Fischen, Eiern und zur jeweiligen Jahreszeit mit Obst und Gemüse fort. Heute würde man sagen: Sie gründete eine Ich-AG.“

Jule steht für Arbeitseifer, dafür, dass man körperlich schwerste Arbeit auch mit Humor meistern kann.

Quellen: Stadtarchiv Sinsheim, Akten SNH, Akten WAL, Nachlass Wilhelm Bauer, Landbote, Rhein-Neckar-Zeitung

Erarbeitet von Verena Dörrich, Stadtarchiv Sinsheim