Rosa Grünbaum

ROSA GRÜNBAUM

LEBENSDATEN
04.12.1881 – 1942

Gründerin und Leiterin des Fröbelseminars Mannheim

ERINNERUNGSORT
Stolperstein vor und Gedenktafel im Fröbelseminar / Helene-Lange-Schule, Rennershofstraße 2, 68163 Mannheim

Rosa Grünbaum und ihre Schwester Dora waren Pionierinnen der Kindererziehung. Sie entwickelten mit dem Mannheimer Fröbelseminar eine mustergültige reformpädagogische Einrichtung. Dora starb 1940 im Lager Gurs, Rosa wurde 1942 in Auschwitz ermordet.

Rosa Grünbaum wurde als Tochter von Magdalene und Lazarus Grünbaum am 4. Dezember 1881 in Karlsruhe geboren und wuchs dort auf. Sie hatte noch zwei Geschwister, Viktoria (genannt Dora) und Josef. Nach der Töchterschule besuchte sie eine Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen. Ende der 1890er-Jahre zog sie mit ihrer Schwester Dora Grünbaum (1879-1940) nach Mannheim. Kurz darauf gründeten die beiden einen ersten Kindergarten für Arbeiterkinder, die ansonsten ohne Aufsicht auf der Straße blieben. Parallel zur Arbeit im Kindergarten begannen sie, Kindergärtnerinnen in einem sogenannten Fröbelseminar auszubilden. Das Seminar war nach Friedrich Fröbel benannt, dessen Pädagogik die Grundlage ihrer Arbeit darstellte. Fröbels Reformansatz zielte auf spielerische Aneignung von Fertigkeiten und Kenntnissen durch die Kinder. Im Jahr 1920 ging das Fröbelseminar mit seinen inzwischen drei Seminarkindergärten in städtische Trägerschaft über und erhielt staatliche Förderung. Rosa übernahm die Leitung. Sie war eine geborene Kindergärtnerin, die von den Kindern geliebt und von ihren erwachsenen Schülern als eine Autorität hoch geachtet wurde. Als sich die Raumsituation als zunehmend unzulänglich herausstellte, erhielt das Fröbelseminar 1927 ein neues Gebäude „auf der Schlossparkwiese am Lindenhofplatz“.

Die Nationalsozialisten bereiteten der vorbildlichen Einrichtung ein jähes Ende. Die Schwestern Grünbaum wurden im März 1933 wie viele andere Frauen entlassen, weil sie Jüdinnen waren. Zunächst übernahmen sie die Kinderbetreuung in einem neu gegründeten jüdischen Kindergarten. 1935 richtete Rosa Grünbaum dann zusammen mit Dr. Siegfried Bruchsaler (1901-1957) die Jüdische Winterhilfe in Mannheim ein. Am 22. Oktober 1940 wurden die Schwestern nach Gurs deportiert, wo Dora einen Monat später verstarb. Rosa wurde zusammen mit anderen am 10. August 1942 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Im Jahr 2008 fand vor dem Fröbelseminar, das heute Teil der Mannheimer Helene-Lange-Schule ist, die Verlegung von drei Stolpersteinen zum Gedenken an Rosa Grünbaum und ihre Schwester Dora sowie an den Kinderarzt und ehemaligen Dozenten am Seminar Dr. Eugen Neter statt. Außerdem wurde 2016 in der Schule selbst eine Gedenktafel angebracht und zudem ein Mannheimer Kinderhaus im Stadtteil Käfertal nach Rosa Grünbaum benannt. In ebendiesem Stadtteil erhielt 2021 eine Straße den Namen „Geschwister-Grünbaum-Straße“.

Autorinnen: Fatme Ab del Rahman, Elif Vurdu, Aaliyah Yesilbar, Sarah, Gabriele Pieri (Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim, Frauen & Geschichte e.V.)