Prof. Dr. Margarete von Wrangell

PROF. DR. MARGARETE VON WRANGELL

LEBENSDATEN
07.01.1877 in Moskau – 31.03.1932 in Stuttgart-Hohenheim

erste ordentliche Professorin Deutschlands

ERINNERUNGSORT
Institut für Kulturpflanzenwissenschaften, Fruwirthstr. 20, 70599 Stuttgart

Die deutsch-baltische Adlige Margarete von Wrangell kommt am 7. Januar 1877 in Moskau auf die Welt. Sie gilt als eine der Pionierinnen im Kampf um Gleichberechtigung in der Wissenschaft. Während der russischen Oktoberrevolution flieht sie 1918 nach Hohenheim, wo sie 1920 habilitiert. Es ist die erste Habilitation in Hohenheim überhaupt. Mit ihrem außergewöhnlichen Durchsetzungswillen, aber auch mit Fleiß und Können bringt sie es für eine Frau in der damaligen Zeit sehr weit. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Herstellung von Mineraldüngern und erwirbt sehr schnell ein beachtliches wissenschaftliches Renommee. Dabei gilt ihr Hauptaugenmerk dem Phosphat und sie leistete Pionierarbeit zur Phosphat-Versorgung der Pflanzen.

Ihre Forschungsarbeiten stießen in der Düngemittel-Industrie nach dem ersten Weltkrieg auf großes Interesse und sie stellten ihr 75 Millionen Mark für die Instituts-Gründung in Hohenheim zur Verfügung. Da die Förderung an die Person Margarete von Wrangells gebunden war, akzeptiert die Leitung der Universität Hohenheim, dass das Institut von einer Frau geleitet werden sollte.

Margarete von Wrangell setzte sogar eine für damalige Verhältnisse unerhörte Forderung durch: Sie bestand auf einem ordentlichen Lehrstuhl anstelle eines Extraordinariats. Sie forderte damit eine ordentliche Professorenstelle mit Etat, Mitarbeiter:innen und Leitungsfunktionen. Damit wurde die Institutsgründerin die erste ordentliche Professorin Deutschlands. Margarete von Wrangell leitete das Institut bis zu ihrem frühen Tod am 31. März 1932.

An ihre Rolle als Pionierin für Frauen in der Wissenschaft erinnert das Margarete von Wrangell-Programm des Landes Baden-Württemberg, das 1997 zum ersten Mal aufgelegt wurde, heute Margarete von Wrangell-Juniorprofessorinnen-Programm.