Stephanie de Beauharnais – Ort 2

STEPHANIE DE BEAUHARNAIS

LEBENSDATEN
28.08.1789 – 29.01.1860

Großherzogin von Baden

ERINNERUNGSORT 1
Stephanienufer 18, 68163 Mannheim

ERINNERUNGSORT 2
Kronenstraße, 68723 Schwetzingen

Stephanie de Beauharnais wird am 28. August 1789 mitten in den Wirren der französischen Revolution in Versailles geboren. Im Kindesalter erkrankt Stephanies noch junge Mutter an Tuberkulose und flieht mit der Neugeborenen an die Riviera während Stephanies Vater, der Hauptmann der königlichen Leibgarde, sich von sämtlichen Verpflichtungen lossagt. Nach dem Tode der Mutter tritt Stephanies Vater alle Fürsorgerechte seiner Tochter an die Engländerin und Jugendfreundin der Mutter, Lady Bath, ab. Diese vertraut Stephanie bei ihrer Rückkehr nach England zwei Nonnen an, die mit der dreijährigen Stephanie in Südfrankreich ansiedeln.

Als der damalige Erste Konsul Frankreichs, Napoleon Bonaparte, von der Existenz einer Verwandten seiner Frau, Joséphine de Beauharnais, in Südfrankreich erfährt, verlangt er diese nach Paris zu holen. 1803 siedelt Stephanie so nach Paris über, wo sie eine standesgemäße Ausbildung erfährt und von Napoleon in das renommierte Institut der Madame Campan geschickt wird.

Drei Jahre später, mit noch nicht einmal 17 Jahren, wird für die Adoptivtochter Napoleons die Hochzeit mit dem Erbprinz Karl von Baden arrangiert. Stephanie und ihr Mann bleiben vorerst in Paris, beziehen sodann aber ihre neue Residenz, das Mannheimer Schloss. Doch die Ehe ist eine politische, niemandem bleibt verborgen wie wenig sich Karl um seine junge Frau kümmert.

1811 wird Karl Großherzog von Baden und Stephanie bringt ihre erste Tochter Luise zur Welt. Nur ein Jahr später gebiert sie einen Jungen, doch der Thronfolger stirbt bereits 17 Tage nach der Geburt; an ihn knüpft sich die bekannte Legende des Kaspar Hausers. Auch der zweite Sohn, Alexander, überlebt nur kurze Zeit. Zwei weitere Töchter überleben allerdings.

Stephanies Mann stirbt 1818 im Alter von nur 32 Jahren, ein Schicksalsschlag für die junge Mutter, deren eheliches Verhältnis zu ihrem Mann sich zuvor merklich verbessert hat. Stephanie kehrt mit ihren Töchtern nach Mannheim zurück, zieht ihre Töchter auf, die später alle standesgemäß verheiratet werden. Stephanie gründet einen Frauenverein, engagiert sich sozial und kulturell; Gelehrten, Künstlern und Bürgern gewährt sie Zutritt zum Mannheimer Hof. Stephanie unterstützt die Erweiterung und Neugestaltung des Schlossgartens, setzt sich auch vehement für das Stephanienufer ein. Bemühungen, die bis heute im Gedächtnis der Mannheimer verankert sind.

Am 29. Januar 1860 stirbt Stephanie während eine Winterurlaubs in Nizza und wird in der Pforzheimer Stadtkirche in der Gruft der alten Fürstenlinie beigesetzt.