Else Schwenn

ELSE SCHWENN

LEBENSDATEN
17.11.1899 in Sinsheim – 17.08.1986 in Sinsheim

Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes sowie Ehrenbürgerin der Stadt Sinsheim, Engagement für das Vorankommen und den Erfolg junger Frauen und Mädchen

ERINNERUNGSORT
Frauenbaum, Kraichgau-Realschule, Stiftstraße 20, 74889 Sinsheim

Elsa oder besser Else Schwenn war das, was man heute als Unikum bezeichnen würde. Sie war gelegentlich unbequem, hielt ihre Meinung nie zurück.

Sie ist stolze Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes sowie Ehrenbürgerin der Stadt Sinsheim.

Sie engagierte sich für das Vorankommen und den Erfolg junger Frauen und Mädchen – in der Schule, in der Ausbildung, beim Sport. Wegen ihres Amtes war sie Mitglied in verschiedenen Untergruppierungen der NSDAP, trat jedoch sobald als möglich wieder aus. Im Zuge ihres Sühneverfahrens gab es nur positive Zeugnisse für Else Schwenn, wie dieses: „[…] Als Mutter kann ich bestätigen, dass meine Tochter durch den bei Fräulein Schwenn genossenen Unterricht in keiner Weise nationalsozialistisch erzogen wurde. Sie hat sogar jederzeit mutig ihre Haltung im Unterricht gewahrt, wenn parteipolitische Forderungen ihr für die Jugend nicht zuträglich erschienen. Ich wünsche als Mutter für viele Frauen, diese Lehrerin wieder in der Arbeit an der Jugend stehen zu sehen.“

Else Schwenn liebte Bäume. Obwohl sie parteipolitisch der FDP angehörte, nannte man sie eine „Grüne“, weil sie sich um den Erhalt der Bäume im Stadtbild stark machte und selbst die damaligen Bürgermeister Frau Schwenn vorsichtig fragten, bevor sie Bäume entfernen ließen. In den 1980ern wurde ihr zu Ehren bei der damaligen heute nicht mehr existenten Stadthalle ein Baum gepflanzt – der sogenannte Schwenn’sche Baum. Leider wurde das Grundstück inzwischen verkauft und der Baum gehört nicht mehr der Stadt Sinsheim.

Ein langjähriger Weggefährte hat sie einmal so charakterisiert: „Sie ist eine starke Persönlichkeit, voller Humor, manchmal ironisch, mitunter aber auch sehr eigenwillig.“

Quellen: Stadtarchiv Sinsheim, Akten SNH, Nachlass Wilhelm Bauer, Rhein-Neckar-Zeitung, Generallandesarchiv Karlsruhe

Erarbeitet von Verena Dörrich, Stadtarchiv Sinsheim