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2002 Beschlüsse

geschrieben von lfrbwAutor01 am 16/11/2002 @ 10:07 in beschlüsse 2002 | Kommentare sind deaktiviert

Beschlüsse der Delegiertenversammlung vom 14. Juni 2002

Geschlechtsdifferenzierte Daten der Arbeitsverwaltung
Der Landesfrauenrat fordert die Bundesanstalt für Arbeit und das Landesarbeitsamt Baden-Württemberg auf, künftig alle personenbezogenen Daten kleinräumig nach Geschlechtern differenziert auszuweisen und diese allen Arbeitsmarktregionen, insbesondere allen Beauftragten für Frauenbelange, regelmäßig zur Verfügung zu stellen. Der Öffentlichkeit bzw. AkteurInnen der regionalen Arbeitsmarktpolitik sind diese Daten auf Anforderung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Geschlechtsdifferenzierte Daten des Statistischen Landesamtes
Der Landesfrauenrat fordert das Statistische Landesamt Baden-Württemberg auf, künftig alle personenbezogenen Daten kleinräumig nach Geschlechtern differenziert auszuweisen und diese als Daten-Grundlage für die Umsetzung der Gender Mainstreaming Leitlinie auf allen Ebenen auch regionalen und örtlichen AkteurInnen regelmäßig und unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Gesellschaftliche Verantwortung gerecht verteilen – Kein Pflichtjahr für alle
Der Landesfrauenrat fordert die Landesregierung, die Bundesregierung, Parteien und Verbände der Wohlfahrtpflege erneut auf, von Überlegungen zur Einführung eines gesellschaftlichen Pflichtjahres für Frauen und Männer Abstand zu nehmen und stattdessen Vorschläge zu entwickeln bzw. vorhandene Vorschläge endlich umzusetzen, die geeignet sind
1. die privat geleistete Kindererziehung und die Pflege kranker und älterer Menschen in Privathaushalten künftig geschlechtergerecht zwischen Männern und Frauen zu verteilen;
2. die soziale Infrastruktur dahingehend zu entwickeln,
– dass sie pflegende Angehörige ausreichend unterstützt und für die zu Pflegenden eine qualitativ hochwertige Versorgung sichert,
– dass Sozial- und Pflegeberufe gesellschaftlich und tariflich aufgewertet werden

Beschlüsse der Delegiertenversammlung vom 15. November 2002

Vorschläge der Hartz-Kommission
Resolution „Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“
Die Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates wendet sich gegen die Einschränkung des sozialen Schutzes von Frauen durch die in den Entwürfen der „Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ auf Vorschlag der Hartz-Kommission vorgesehene Ausweitung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in Form der sogenannten 500-€-Jobs in privaten Haushalten.
Geschlechtergerechtigkeit
Die Delegiertenversammlung fordert die Landesregierung Baden-Württemberg auf, über den Bundesrat darauf Einfluss zu nehmen, dass die Ergebnisse der Hartz-Kommission vor und während der Umsetzung auf Geschlechtergerechtigkeit untersucht werden.

Frauenfeindliche Werbung/Plakatierung
Der Landesfrauenrat appelliert an die kommunalen Spitzenverbände Baden-Württembergs, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Maßnahmen gegen frauenfeindliche Plakatierung im öffentlichen Straßenraum zu ergreifen.
Die Delegiertenversammlung der 57 im Landesfrauenrat zusammengeschlossenen Verbände fordert die beiden Gremien auf, bei den kommunalen Eigentümern von öffentlich platzierten Werbeträgern (zum Beispiel Litfaßsäulen, Plakatwänden) und Werbegesellschaften unter kommunaler Beteiligung darauf hin zu wirken, dass frauenfeindliche Werbung abgelehnt wird.
Die Städte und Kommunen sollen alle rechtlichen Möglichkeiten wahrnehmen, um sowohl bei Neuverträgen als auch bei bereits bestehenden Verträgen mit Werbegesellschaften, Verstößen entgegen zu wirken.
Außerdem sollen diejenigen Kommunen, die bereits Vereinbarungen zur Selbstbeschränkung im Bereich Werbung und Plakatierung im öffentlichen Straßenraum getroffen haben, ermutigt werden, diese gegebenenfalls auch anzuwenden.

Sportwettkämpfe
Der Landesfrauenrat fordert das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und das Staatsministerium Baden-Württemberg auf, auf die Verantwortlichen im Land und über den Bundesrat im Bund auf die Skiverbände einzuwirken, geeignete Schritte einzuleiten, um Frauen und Männern grundsätzlich die gleichen Zugangschancen zu internationalen Skisprungwettbewerben und Preisen auf allen Ebenen zu ermöglichen. Jede Sportdisziplin muss Frauen und Männer in allen Bereichen, auch für Wettkämpfe, offen stehen.


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