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Nach der Bundestagswahl 2017 – wie Frauen gewählt haben

Posted By lfrbwAutor01 On 25/09/2017 @ 10:12 In aktuelles | Comments Disabled

25 weibliche Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg im 19. Deutschen Bundestag

Nach den veröffentlichten Wahlergebnissen werden  insgesamt 96 Abgeordnete  aus Baden-Württemberg dem neuen Deutschen Bundestag angehören, darunter 25 Frauen (26 %); darunter wiederum 8 von der SPD, 7 von den GRÜNEN, 3 von der CDU, 3 von der LINKE, 2 von der FDP und 2 von der AfD.

Im 19. Deutschen Bundestag beträgt der Frauenanteil insgesamt nur noch 30,7 % -  er sank von 36,5 % im 18. Deutschen Bundestag damit auf den niedrigsten Anteil seit 20 Jahren.

Auf aussichtsreichen Listenplätzen und bei den Direktkandidaturen wurden (wieder) zu wenig Frauen nominiert. Der Bundeswahlleiter hatte hierzu im August für das Bundesgebiet Zahlen veröffentlicht: unter allen 4428 Wahlbewerber/innen aller Parteien betrug der Frauenanteil 29 %, unter den Direktkandidaturen insgesamt nur 25 %, auf Listen 31,7 %.  Dabei hatten allerdings CDU, SPD, GRÜNE und LINKE auf den Landeslisten ihren Frauenanteil gegenüber 2013 etwas gesteigert, Grüne und Linke hatten auf den Listen jeweils etwa 51 % Frauen nominiert, die SPD 40,8 % und die CDU 39, 8 %.

Wie haben Frauen gewählt?

Mit großem Interesse lesen wir besonders die nach Geschlecht und Alter unterschiedenen Ergebnisse zum Wahlverhalten. Einige wenige wurde bereits veröffentlicht.

Die Wahlbeteiligung in Deutschland insgesamt lag bei 76,2 %, dabei ist Baden-Württemberg  mit 78,3 % (2013: bei 74,3 %) Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung.

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Wahlverhalten bundesweit (erhoben von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF) wurden bereits veröffentlicht: mehr Frauen als Männer entschieden jeweils  für die CDU  (Frauen: 37%, Männer: 29 %) und für die GRÜNEN (Frauen: 11 %, Männer: 8 %).  Jeweils 9 % der Frauen und Männer wählten die LINKE. Die SPD wählten 20 % der Frauen und 21 % der Männer. Deutlich mehr Männer als Frauen wählten die FDP (Männer: 12 %, Frauen: 9 %) , und deutlich mehr Männer als Frauen entschieden sich für die AfD (in Westdeutschland 8 % der Frauen und 13 % der Männer, im Osten 17 % der Frauen und 26 % der Männer).

Frauenstimmen für Demokratie und Gleichstellungspolitik

Alle Wahlberechtigten waren aufgefordert, ihr Wahlrecht zu nutzen um die Demokratie in unserem Lande zu stärken! Vor allem Frauen sollten mit ihren Stimmen die Gleichstellungspolitik in Bund und Land stärken. Als Hilfe bei der Entscheidung hatte der Deutsche Frauenrat einen Gleichstellungs-Check bereit gestellt.

Der Deutsche Frauenrat hatte für seinen Gleichstellungs-Check zur Bundestagswahl untersucht,  welche Rolle Frauenpolitik in den Wahlprogrammen spielt, welche Ideen die Parteien für die Lebensrealität von Frauen formulieren und ob sie überhaupt welche haben.  Der Gleichstellungs-Check des Deutschen Frauenrats gibt Antworten in Form von Informationsgrafiken und dem „Gleichstellungs-Check in Kürze“. Grundlage sind die Forderungen des DF an die Parteien zur Wahl. Es wird deutlich: Die Parteien messen der Frauenpolitik ganz unterschiedliche Bedeutung bei.

Fazit des Deutschen Frauenrats: Bis auf die AfD widmen fast alle Wahlprogramme der Gleichstellungspolitik eigene Kapitel. SPD, LINKE und GRÜNE behandeln frauenpolitische Themen besonders umfangreich. Der Deutsche Frauenrat begrüßt das als klares Zeichen für das Bekenntnis zur Frauenpolitik.

Quelle: Deutscher Frauenrat, Pressemitteilung vom 09.08.2017

Bundesweiter Wahlaufruf von über 40 Frauenverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen

Vor fast 100 Jahren hatten Frauen in Deutschland erstmals das Recht, sich an Wahlen zu beteiligen. Das historische Datum erinnert und mahnt, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Das Bündnis, mit initiiert vom Deutschen Frauenrat, ruft die Wählerinnen in Deutschland dazu auf, ihre Stimme für Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt, für Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit und für eine demokratische Gesellschaft abzugeben.


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