PARTIZIPIEREN. Geflüchtete Frauen in Baden-Württemberg.

Die nächste Fachveranstaltung des LFR findet statt am Freitag, 28. Oktober 2016, 16.30 bis 19.30 Uhr im Litertaurhaus Stuttgart. Thema: PARTIZIPIEREN. Geflüchtete Frauen in Baden-Württemberg. Um schriftliche Anmeldung bis 21.10.2016 wird gebeten. Zum Programm Veranstaltung-2016-10-28web

Die Dokumentation zur Fachveranstaltung des LFR “ANKOMMEN. Geflüchtete Frauen in Baden-Württemberg” gibt es zum Herunterladen hier:  2016-DOKUMENTATION-FACHTAG-ANKOMMEN. Diese Datei enthält die Redebeiträge der Veranstaltung vom 22. April 2016 in Stuttgart sowie ergänzende Informationen zum Thema.

Die Delegiertenversammlung des Landesfrauenrats am 22.04.2016 hat einstimmmig beschlossen, die Landesregierung Baden-Württemberg aufzufordern, den vorhandenen Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen dahingehend zu ergänzen bzw. zu spezifizieren, dass er der besonderen Situation und dem besonderen Bedarf geflüchteter Frauen gerecht werden kann. Dies muss zahlreiche Maßnahmen beinhalten, diese sind hier nachzulesen: Beschluss2016_04_22_LAPGefluechteteFrauen

TIPPS, Materialien:

Auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung BW finden Sie ein Interview mit Manuela Rukavina: “Kategorie Gender berücksichtigen”

Ein Team von unternehmerinnen.tv (Niedersachsen)  hat im Rahmen der Maßnahme „PerF – Perspektiven für Flüchtlinge“ ein bundesweit einzigartiges Filmprojekt ehrenamtlich umgesetzt: eine Dokumentation von Flüchtlingen über geflohene Frauen im Camp Fallingbostel-West, Norddeutschlands größter Notunterkunft. Der knapp 40-minütige Film trägt den Titel “Stimmen der Flucht-die Frauen im Camp”.

UNHCR-Bericht zu Frauen auf der Flucht

UN-Flüchtlingshochkommissariat, der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und die Frauenflüchtlingskommission (WRC) zeigen sich angesichts der enormen Risiken für Frauen und Mädchen  auf der Flucht besorgt. UNHCR, UNFPA und WRC führten im November 2015 eine gemeinsame Feldstudie durch, die die Risiken für Frauen und Mädchen auf der Flucht in Griechenland und Mazedonien untersuchte. In dem Bericht wurde vermerkt: „Allein reisende Frauen, mit oder ohne Kindern, schwanger oder stillend, junge Frauen, unbegleitete Kinder, frühzeitig verheiratete Kinder – manche von ihnen mit Neugeborenen unterwegs – Menschen mit Behinderungen, und ältere Männer und Frauen sind besonders gefährdet und benötigen koordinierten und effizienten Schutz.“ Die gemeinsame Einschätzung war nur der Anfang weiterer Untersuchungen, die die Hilfsorganisationen und Interessensvertretungen unternehmen wollen, um die Probleme vor Ort richtig einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen empfehlen zu können.

Der Bericht bemängelte, dass der aktuelle Einsatz von Regierungen, humanitären Helfern, der EU und Organisationen der Zivilgesellschaft unzureichend sei und Gefahren, Ausbeutung und die vielfachen Formen von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt weder verhindert noch Möglichkeiten bietet, adäquat zu reagieren. Trotz Bemühungen des UNHCR und weiteren Partnern gut beleuchtete und nach Geschlechtern getrennte Aufnahmezentren und Unterkünfte zu schaffen, fehlen in vielen Unterkünften private und sichere Wasser-, Sanitär- und Gesundheitseinrichtungen und Schlafmöglichkeiten für Frauen und Kinder, was die Gefahr von Übergriffen erhöht. Um diese zu verhindern, bedarf es Verbesserungen in allen Bereichen, wie Unterbringung, Gesundheit und Sanitäranlagen sowie Bereitstellung von Rechtsberatung und psychosozialer Betreuung.

Der Bericht hebt einige wichtige Empfehlungen für Regierungen und EU-Agenturen hervor:

  • Aufbau eines koordinierten grenzüberschreitenden Systems, das Frauen und Mädchen schützt;
  • Anerkennung der Sicherheitsrisiken und Einsatz von Personal und Verfahren um sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt zu erkennen, zu verhindern und zu behandeln;
  • Sicherstellung, dass der Umgang mit sexueller Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt Frauen nicht davon abhält, Übergriffe zu melden oder Hilfe in Anspruch zu nehmen; und
  • Zugang zu rechtlichen Schutzmechanismen, vor allem für Frauen, Kinder und Opfern sexueller Gewalt, sowie Familienzusammenführung und Priorisierung schutzbedürftiger Flüchtlinge bei Um- und Neuansiedlungsprogrammen.

Quelle: UNHCR. Weitere Informationen finden Sie hier

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