Familienreport Baden-Württemberg: Anteil der Männer, die egalitäre Rollenmodelle befürworten, gestiegen …

doch die reale Aufgabeteilung folgt weiter traditionellen Mustern.

Dies zeigt der neue Report der FamilienForschung Baden-Württemberg zum Thema „Lebensformen und Alltagsrealitäten von Familien“.

Die FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden-Württemberg zum Thema „Lebensformen und Alltagsrealitäten von Familien“ herausgegeben. Die Rahmenbedingungen für das Familienleben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert und die Lebensweisen von Familien sind vielfältiger geworden. Der aktuelle Report bündelt Informationen zu Themenbereichen, die für die Alltagsgestaltung von Familien von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören u.a. die Fragen, wofür Mütter und Väter ihre Zeit verwenden, wieviel Zeit für Freizeit bleibt, wie es mit der partnerschaftlichen Aufteilung der Aufgaben in Familie und Beruf aussieht und was die „neuen Väter“ ausmacht.

Dazu stellt der Report fest: “Über 90 % der heute 20- bis unter 39-Jährigen in Deutschland sind der Meinung, dass sich beide Partner um die Kinder kümmern sollten. Rund drei Viertel der befragten Männer (77 %) und 84 % der Frauen sagen, dass beide auch für das Einkommen verantwortlich sein sollten. Auch in Baden-Württemberg wird die ideale Aufgabenteilung in Haushalt und Familie bei beiden Eltern gleichermaßen gesehen, wobei die jüngere Generation dieses Idealbild stärker favorisiert als die ältere. Wünsche und Vorstellungen, wie Mütter und Väter die Aufgaben in Familie und Beruf aufteilen möchten, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten also verändert. Andererseits folgt die reale Aufgabenverteilung in den Familien, wie unter anderem die Ergebnisse oben zeigen, häufig noch eher traditionellen Mustern. Nach wie vor setzt nach der Geburt eines Kindes häufig eine Re-Traditionalisierung der Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern ein: Frauen reduzieren ihre Erwerbstätigkeit und Männer investieren mehr Zeit in den Beruf.

Ergebnissen des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)“ zufolge sind Väter insgesamt unzufriedener mit der Zeit, die sie für Familie und Erwerbstätigkeit aufbringen, als Mütter. Mehrheitlich finden sie, dass sie zu wenig Zeit für ihr Privatleben und zu viel Zeit für die Arbeit verwenden. So berichten 86,2 % der befragten Väter, dass sie zu wenig Zeit für die Partnerschaft haben, 66,1 % klagen über zu wenig Zeit mit ihren Kindern. Umgekehrt sagen 43,2 % der Väter, dass sie zu viel Zeit für die Erwerbsarbeit aufwenden, 44,7 % halten die hierfür aufgewendete Zeit für gerade richtig und 12,1 % für zu wenig.” Zum Report
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